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Audi
Anfang der 60er-Jahre lag die Auto Union komplett am Boden. Die Kleinwagen der Marke DKW waren zwar günstig, mit ihren Zweitaktmotoren technisch aber völlig überaltert. Da keine Besserung in Sicht war, schickte der damalige Mehrheitsaktionär Daimler-Benz einen seiner besten Männer nach Ingolstadt. Der Amtsantritt von Ludwig Kraus sollte die deutsche Automobil-Landschaft für immer verändern – allerdings nicht unbedingt im Sinne seines Arbeitgebers.
Kraus ging nicht zuletzt als Zweitakt-Exorzist nach Bayern, wie das Magazin „Oldtimer Markt“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Seit der Übernahme 1958 verlangen die Manager in Stuttgart von den Auto-Union-Konstrukteuren einen Viertakt-Nachfolger für den Großen DKW 3=6. Der Bastard, wie Kraus den kompromissbeladene DKW F102 später nennen wird, ist noch nicht serienreif, da haben die Daimler-Manager endgültig die Nase voll von der ungeliebten Tochterfirma. Sie verkaufen 51 Prozent der Aktien an den Volkswagen-Konzern.
Nun hat Käfer-König Heinrich Nordhoff beim ehemaligen Konkurrenten in Ingolstadt das Sagen. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis das Werk seine Eigenständigkeit komplett verliert und in den VW-Produktionsverbund eingegliedert wird. Nur ein einziges Modell ist der Auto Union noch geblieben: der gescheiterte Hoffnungsträger F102. Kraus entwickelt den Flop weiter.[foto id=“473854″ size=“small“ position=“right“]
Das Auto, das im Herbst 1965 auf dem gemeinsamen IAA-Stand von VW und Mercedes-Benz debütiert, trägt schließlich den Namen Audi und die vier Ringe im Kühlergrill. Der Schriftzug Auto Union ist verschwunden. Noch kurz zuvor hatte der Kofferraumdeckel die Daimler-typische Modellbezeichnung 170S getragen. VW-Chef Nordhoff zog im letzten Moment die Notbremse und hätte am liebsten auch gleich die vier Ringe entsorgen lassen. Der Name Audi ist zunächst nur als Modellbezeichnung gedacht. Kaum läuft die Produktion, lässt er mitteilen, dass neue Autos nur noch in Wolfsburg konstruiert werden sollen und deshalb die Entwicklungsabteilung in Ingolstadt leicht um rund 150 Mitarbeiter schrumpfen könne. Doch hinter Nordhoffs Rücken arbeitet Kraus bereits an einem gänzlich neuen Mittelklassewagen, dem Audi 100.
Es ist eben diese Limousine, die den Fortbestand der Marke sichert und gleichzeitig Audis erste Ambitionen erkennen lässt, nach Höherem zu streben. Die Presse sieht im Audi 100 nicht nur einen Wettbewerber zu den entsprechenden Opel– und Ford-Modellen, sondern auch einen preiswerten und sehr temperamentvollen Konkurrenten der neuen Mercedes-Strichacht-Reihe.
Mit seinem nun hohen Renommee pokerte Kraus und schaffte es aus Wolfsburg Geld für eine eigene Entwicklungsabteilung in Ingolstadt zu erhalten: dem Kern der heutigen Marke Audi.
geschrieben von auto.de/sp-x veröffentlicht am 09.07.2013 aktualisiert am 09.07.2013
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